Unkitschig schön

Wenn man eine Sängerin, noch eine Sängerin und eine Gitarristin beisammen hat, aber jeweils niemanden, der Bass oder Schlagzeug spielt, was hat man dann? Na, ne Band halt. Nur ohne Bass oder Schlagzeug. Wozu denn auch der Jux? »Die Besetzung hat sich so ergeben und das haben wir dann so gelassen«, sagt Jessica dazu. Ergeben hat sich das seinerzeit, als alle drei in Dresden Jazz studierten und eben spontan Bock aufeinander in einer Band hatten. Also setzten sie sich gemeinsam zwischen die Stühle und gründeten Coucou.

Es ist alles da, nur eben nicht ganz so, wie man es erwartet. Live gönnen sie sich deswegen auch mehr Hillbilly und lassen die Standtom rumgehen, auch Percussions, die Drummachine ist mitunter ebenfalls am Start. Auf Platte lassen Coucou die gesungenen wie die gezupften Töne frei durch einen aufgeräumten Soundraum gleiten. Behutsam streichen sie ihn in melancholischen Klangfarben, die, so viel sei verraten, auf der neuen EP durch elektronische Akzen- te ergänzt werden sollen. Er erinnert an die Kneipe im Kerzengeflacker morgens um halb vier, aber auch an die Momente, wenn man sich zusammen den Sonnenauf- gang anschaut und alle mal kurz die Schnauze halten: Die sollte es viel öfter geben, gerade in der Musik.‘
(Kay Schier, kreuzer)